Startseite
uhr
   

Das Thema:

 September 2007

Liebe Leserin, lieber Leser,

Öfters als wir glauben bekommen wir etwas geschenkt, das man nicht in die Hand nehmen und nicht mit den Augen betrachten kann. Oft ist das ein freundliches Wort oder ein Lob, das man nur gratis haben kann. Ja, so wertvoll kann ein gutes und tröstendes Wort sein, das unverhofft und unerwartet den Weg zu uns findet. Was von Herzen kommt, kennt am besten den Weg zum Herzen des anderen. Immer gibt es etwas, das ein anderer und nur ein anderer uns geben muss. Menschen, die auf Lob und Anerkennung verzichten können, kenne ich nicht. Wahrscheinlich gibt es keinen einzigen Menschen unter der Sonne, der nichts Lobenswertes an sich hat. Das zu entdecken und zu benennen, sorgt dafür, dass Menschen, die sich minderwertig und nutzlos fühlen sich wieder leiden können. In der Bibel kann man das häufig beobachten. Jesus beschäftigt sich oft mit Menschen, die eher am Rand der Gesellschaft angesiedelt sind. Bettler, Zöllner, Huren, Behinderte und Aussätzige. Er ergreift für sie bei Gott und Menschen Partei. Den Schwachen steht er zur Seite. Den Verlassenen wendet er sich zu. Mit den Mutlosen teilt er die Angst. Unbeachtete und Ungeliebte macht er zu seinen Freunden. So lässt er sie spüren, wie Gott sie liebt. Er nimmt sich Zeit für sie; lässt sie zu sich bringen; spricht freundlich zu ihnen und berührt ihre kranke Stelle. Sogleich fühlen sie sich angenommen, aufgewertet und geachtet. So lobt und ehrt Jesus die Menschen. Einige von ihnen fühlen sich dazu getrieben weiter zu sagen, was sie durch Jesus erlebt haben. Vielleicht ist das die Erklärung dafür, warum Jesus die einfachsten Arbeiter mit dem Höchsten Amt betraut, das er zu vergeben hat, mit dem Amt der Verkündigung des Evangeliums. Liebe macht jeden wertvoll. Denn Jesus ist nicht irgend einer, sondern der Gottes Sohn. Das bescheinigen ihm sogar seine Gegner. Manchmal müssen wir ein Lob mit anderen teilen. Darin sind wir Gott gleich. Auch Gott braucht unser Lob und unsere Anerkennung. Sind wir dankbar, fällt es uns nicht schwer Gott zu loben für seine Wohltaten. Wir sind Gott liebens- und lobenswert, weil wir die Werke seiner Hände sind. Der Beter von Psalm 145 fasst es in die Worte: "Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. Wohl das größte Lob, das Gott seiner Schöpfung geben kann. Alles ist gut, was Gott geschaffen hat. Wir sind auf Gottes Lob angewiesen, das sich in seinem Erbarmen manifestiert. Jesus hat seinen Jüngern zugesichert: "Wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren." (Joh. 12,26) Praktisch heißt das: Gott hört und beantwortet unser Rufen und Schreien, Klagen und Weinen, weil wir ihm wertvoll sind. Sich geliebt zu wissen, macht die Würde des Menschen aus, die ihm von Gott verliehen ist.

Herr, ich bin zu dir gekommen, nun komm du auch zu mir. Ich habe mich bei dir als Bettler ausgewiesen. Sei du aber großmütig zu mir. Ich gebe dir alle meine schlechten Gedanken, meine bösen Absichten und hässlichen Gefühle. Gib mir deine Freude dafür, dass sich ändert, was in mir heute trauert und weint. Gib mir das, wovon Jesus 40 Tage und Nächte in der Wüste gelebt hat, das Wort, das kräftiger ist als Nahrung und Wasser. Ich will dich loben, Gott, nun lob du auch mich, wenn mir etwas gelungen ist, das gut war.

Pfarrer Abbas Schah-Mohammedi


zurück zur Übersicht