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Das Thema:

 August 2008

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Liederdichter Matthias Claudius hat einmal geschrieben: "Wer nicht an Christus glauben will, der muss sehen, wie er ohne ihn zurecht kommt. Du und ich wir können das nicht. Wir brauchen jemand, der uns hebt und hält solange wir leben und uns die Hand unter den Kopf legt, wenn wir sterben sollen." Mögen es auch viele können, Du und ich, wir können das nicht. Wenn wir die Nähe von Freunden suchen, dann besuchen wir sie, rufen sie an oder schreiben ihnen. Wie soll man anders ausdrücken, dass man sie braucht. Damals machten sich die Menschen auf den Weg um Jesus zu suchen, allein und zu Tausenden; in Häusern, auf Landstraßen und Plätzen, am See und auf Bergen. Und immer haben sie ihn gefunden. Genau wie er es ihnen versprochen hatte: Wer mich sucht, wird mich finden. Wo zwei oder drei zusammen kommen und zu mir und von mir sprechen, da können sie sicher sein, dass ich bei ihnen bin. Was wir heute tun, ist auch nicht viel anders als vor zwei tausend Jahren. Wir suchen Christus in Kirchen und auf Veranstaltungen. Dort, wo von ihm gesprochen wird. Jesus ist heute im Gespräch zu haben. Seine Nähe erfahren wir, wenn wir von ihm und zu ihm sprechen. Da, wo von Gott gesprochen wird, kommt er zu uns. Gespräch mit Gott ist eine Lebensäußerung Gottes. Wenn wir uns mit Gott beschäftigen, beschäftigt er sich mit uns. Wie nehmen wir es aber persönlich wahr und wie spüren wir es? Es wird uns zum Beispiel etwas einsichtig. Es wird uns warm ums Herz. Ja, wir werden froh. Gott offenbart sich unserem Herzen, Geist und auch Gefühl. Im Glauben gestärkt und zu neuen Taten motiviert gehen wir nach Hause. Verlasst Euch nicht darauf, was die Sinne für wahr halten. Verlasst Euch auf das, was Gott gesprochen und getan hat für Euch; in der Weltgeschichte und im Leben von Frauen und Männern, deren Zeugnis wir in der Bibel und der Literatur haben. Wo aus der Bibel gelesen, gebetet und von Gott gesprochen wird, da haben wir das Gefühl Gott nahe zu sein. Wo Menschen sich für andere einbringen, ohne den eigenen Vorteil im Blick zu haben, da kommt Gott durch sie zur Welt. Auch wenn sie nicht das christliche Glaubensbekenntnis sprechen. Gott hat immer auch Ungläubige bei sich beschäftigt, ohne Hintergedanken. Das schönste Lob Jesu, das wir im Evangelium finden gilt nicht etwa seiner Mutter, sondern zwei Menschen, die einer anderen Nation und Religion angehörten. Einem römischen Offizier bescheinigt er: "Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden." (Matth.8,10) Und einer Syrophynizierin attestiert er: "Frau, dein Glaube ist groß." (Matth.15,28) Jesus hat durch sein Leben und Wirken den Himmel für alle aufgeschlossen. Woher nehmen wir uns dann das Recht, ihn für bestimmte Menschen und Glaubensrichtungen zu verschließen? Ich habe mir vorgenommen, wenn ich in den Himmel komme, werde ich für alle die Tür aufhalten. Denn Gott liebt alle Menschen und will, dass allen geholfen wird. Der Apostel Paulus kann sich nicht vorstellen, dass Gottes Liebe zu Menschen begrenzt ist. Der Gemeinde in Korinth schreibt er: "Die Liebe hört nimmer auf". (1.Kor.13,8), In einem Himmel, der die ausschließt, die wir geliebt und die viel Gutes bewirkt haben, wollte ich nicht sein. Ich denke aber, diese Sorge brauche ich mir nicht zu machen. Dafür hat Christus vorgesorgt. Jesus ist nicht gekommen um nur Seelen zu retten. Nein, mehr noch, um die Zustände in der Welt zu verändern. Damit es nicht so viele Arme und Reiche gibt und die Schwachen nicht von den Starken unterdrückt werden. Gelungen ist ihm allerdings nicht viel. Selbst wenn man ihm das Leben gelassen hätte und er wäre 100 geworden, was wäre anders geworden? Ein paar Wunder und Predigten mehr, hätte das die Welt auf den Kopf gestellt? Was in Jahrtausenden von Menschen falsch gemacht wurde, kann nicht in 3, auch nicht in 100 Jahren geändert werden. Die Erde braucht Zeit, viel Zeit um sich zu wandeln. Ohne die Beteiligung von Menschen geht es aber auch nicht. Deshalb will ich dazu gehören, damit das Reich Gottes auf Erden sich schneller durchsetzt.

Pfarrer Abbas Schah-Mohammedi


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